ChargeHolidays
Über uns

Unsere Geschichte

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Es war einmal… Ich

Wie weit sind diese Ananas wohl gereist, um jetzt auf meinem Teller zu landen? Was machen die Köch:innen mit den Resten vom Buffet, das um 11 Uhr noch halbvoll ist? Ist in den Shampoos Mikroplastik enthalten, und warum ist die Marmelade in winzigen Plastikpäckchen verpackt?

Ich, Lilith, die Mitbegründerin von ChargeHorizons, grübelte eine Zeit lang über diese und viele andere Fragen nach, bevor ich den Mut fand, sie mit anderen zu teilen. Als ich die Welt um mich herum weiter beobachtete, konnte ich nicht länger untätig bleiben. Meine Leidenschaft fürs Reisen und das Thema Nachhaltigkeit brachte mich dazu, mit Hotel- und Wohnungseigentümer:innen zu sprechen, und ehe ich mich versah, befand ich mich auf einer Reise, die bis zum heutigen Tag andauert und hoffentlich noch lange weitergehen wird. Aber um wirklich zu verstehen, wie alles begann, muss man ganz am Anfang beginnen…

Frühstücksbuffet mit Obst, Brot und Getränken
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Zu viel zu verbessern

Im April 2019 begann das Projekt konkreter zu werden. Trotzdem war es nicht einfach, herauszufinden, welche Probleme zuerst angegangen werden sollten. Aus all den Recherchen konnte ich ein Grundmuster ableiten:

85%der Reisenden geben an, dass sie nachhaltiger reisen wollen,
150+Nachhaltigkeitszertifikate existieren alleine in der Reisebranche,
<1%der Unterkünfte sind zertifiziert.
42%finden nachhaltige Optionen zu aufwändig und Zeitintensiv,
37%vertrauen Nachhaltigkeitskennzeichnungen nicht,
36%wissen nicht, wo sie nachhaltige Reiseoptionen finden können.

Ich führte viele Interviews, tauschte mich mit Künstler:innen aus, die ähnlich wie ich viel unterwegs waren und nahm Kontakt zu Hotelbesitzer:innen auf. Bei der Befragung von Reisenden wurde mir immer wieder gesagt, dass es zu kompliziert sei, „grün" zu reisen und dass sie nicht verstünden, welches Zertifikat was bedeute. So blieben sie orientierungslos zurück und konnten nicht zwischen Greenwashing und ehrlichem Umweltengagement unterscheiden. Auf der anderen Seite sahen Hoteliers das steigende Bewusstsein der Kund:innen für Nachhaltigkeitsmanagement, wussten aber erstens nicht, was sie verbessern sollten und zweitens nicht, wie sie ihr Engagement transparent kommunizieren, sodass die Reisenden wissen, was sie vor Ort erwartet.

Außerdem schoben sich alle gegenseitig die Schuld in die Schuhe und versuchten, sich aus der Verantwortung zu ziehen: “Na, wenn du aber auch so lange duschst!” “Baut doch erst einmal eine Solaranlage aufs Dach, bevor ich etwas an meinem Verhalten verändere!”. Ich wollte diese Denkweise umdrehen und erreichen, dass wir gemeinschaftlich zusammenarbeiten. Denn: im Grunde genommen verfolgen wir alle das gleiche Ziel: dass wir noch für viele Jahrzehnte eine schöne Zeit an diesem Reiseort verbringen können.

Lilith hält einen Vortrag vor einem Publikum
Mehrere farbige Türen als Symbol für unterschiedliche Wege
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Das Problem bei den Wurzeln packen

Während 85 % Reisender nachhaltiger unterwegs sein möchten, sagen 42 %, dass es zu aufwändig ist, nachhaltige Optionen zu finden und über 37 % trauen Nachhaltigkeitskennzeichnung nicht. Indem wir die Transparenz zwischen Unterkünften und Reisenden erhöhen, tragen wir dazu bei, nachhaltiges Unterwegssein zum neuen Standard der Reisebranche zu machen. Damit jede:r weiß, wo sein/ihr Geld wirklich hinfließt. Klare und zugängliche Informationen über nachhaltige Praktiken ermutigen Unterkünfte zudem umweltfreundliche Maßnahmen ambitioniert voranzutreiben.

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Kooperationspartner

Wirklich zu verstehen, worin die Grundprobleme einer schädlichen Situation liegen, ist häufig frustrierend. Was mir geholfen hat, meine Zweifel zu überwinden, waren die vielen inspirierenden Begegnungen. Da wäre zum Beispiel Luis von What3Words zu nennen, mit dem ich seit Beginn eine super Partnerschaft pflege, denn wir haben beide verstanden wie gut Reisen und nachhaltiges Navigieren zusammenpassen. Oder Tutaka, ein Marktplatz, der das Portfolio von ChargeHolidays perfekt ergänzt, indem die Plattform nachhaltige Hotelprodukte anbietet. Oder auch die (leider viel zu wenigen) tollen Unterkünfte, die mit ihren SDG Wänden, ihren Non-Food-Waste Konzepten und ihrem reichhaltigen veganen Angebot, zeigen, wie positiver Wandel und Wirtschaftlichkeit zusammengehen. Für mich ist es seither ein großer Ansporn zu sehen, was wir erreichen können, wenn wir zusammenarbeiten.

Kooperationspartner

Lilith mit einem ChargeHolidays Schild
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Von der 30-Gründer-Geschichte zu Purpose

Als Gewinnerin des Chemiesonderpreises 2017 bei „Jugend gründet" hatte ich bereits erste Einblicke in den Kosmos “Gründung” gesammelt. Vom ersten Moment an war es mir wichtig, nachhaltiges Wirtschaften in die DNA meines Unternehmens zu integrieren. Daher habe ich versucht, Einblicke in möglichst viele verschiedene Modelle zu bekommen. Ich traf mich mit DarkHorse, einem Unternehmen, das von 30 Mitgründer:innen aufgebaut wurde, recherchierte über soziale Rechtsformen für Unternehmen in anderen Ländern und nahm schließlich Kontakt mit der Purpose Stiftung auf. Ich war sofort begeistert vom Konzept des Verantwortungseigentums und von der inspirierenden Gemeinschaft andersdenkender Unternehmer:innen. Zu diesem Zeitpunkt war ich jedoch noch nicht so weit, mein Start-up wirklich zu gründen. Was war also noch zu tun?

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Ein Schritt zurück oder ein Schritt vorwärts?

Ich habe mich sehr gefreut, als ich an der HHL Leipzig Graduate School of Management für die Teilnahme an Batch 2 bei Digital Space sowie yooweedoo angenommen wurde. In all diesen Accelerator-Programmen traf ich viele andere inspirierende Gründer:innen, hatte aber auch die Möglichkeit, viel an meinem eigenen Projekt zu arbeiten. Oft fühlte es sich wie ein Rückschritt an. Ich musste meine Ideen überdenken, neu in den Forschungsprozess einsteigen, Hypothesen aufstellen und nicht selten vieles hinwerfen, in das ich Herzblut gesteckt hatte. Aber — nur so konnte etwas Neues entstehen.

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Und dann war da diese gewisse Person, die einfach nicht schnell genug „nein" sagen konnte…

Trotz der ganzen Preise, die mein Ansatz sehr früh gewann, der Accelerator-Programme, aus denen ich viel lernte, und der Förderungen, die ich erfolgreich beantragte, war das Projekt viel zu lange nur eine Theorie mit tollen Funktionen und schönen Displays, aber alles blieb ein Mock-up. Wenn mich Gründungsinteressierte nach Tipps fragen, hebe ich einen immer ganz besonders hervor: Sprecht über eure Idee – mit allen, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Denn nur so kann es passieren, dass man beim Cheerleading-Training die Person kennenlernt, mit der man später gründet. Jeroen war zu diesem Zeitpunkt nicht nur im Sport aktiv, sondern studierte auch Informatik. Aus „ein bisschen Erfahrung sammeln“ beim Umsetzen meiner Ideen in Code wurde eine Vollzeitbeschäftigung und ein Herzensprojekt für uns beide.

Früher Screenshot eines ChargeHolidays App-Entwurfs
Pinnwand mit vielen Notizzetteln und Ideen
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ChargeHorizons GmbH – Namen über Namen …

Manchmal fühlt sich die Gründung eines Unternehmens an wie die Geburt eines Kindes. Und so kam auch der Zeitpunkt an dem wir uns für einen Namen entscheiden mussten. Statt in Namensbüchern zu blättern, recherchierten wir Kataloge an Bezeichnungen, die bereits durch andere Firmen besetzt waren, setzten uns mit der psychologischen Wirkung von Worten, Farben und Formen auseinander und kleisterten die Wände unserer Zimmer mit Post-its zu … um am Ende zu einer Entscheidung zu kommen. ChargeHorizons für unser Unternehmen – denn beim Reisen laden wir nicht nur unsere Seele neu auf und erweitern durch neue Erlebnisse unseren Horizont. Stattdessen gelingt es uns mit regenerativen Praktiken auch, die Erde wieder mit neuer Kraft zu füllen. ChargeHolidays – als Name unserer App, die als zentraler Mittelpunkt unseres Unternehmens Menschen darin unterstützt, Entscheidungen zu treffen, zu denen sie mit gutem Gewissen stehen können. Die Festlegung über die Art des Unternehmens fiel uns deutlich leichter. Wir waren uns direkt über unsere Werte einig, und als ich Jeroen von PURPOSE erzählte, war er sofort mit an Bord. Im September 2021 unterzeichneten wir schließlich alle Verträge.

Bei der Festlegung über die Art des Unternehmens war es nicht viel anders. Wir waren uns sofort über unsere Werte einig, und als ich Jeroen von dem Konzept des sozialen Unternehmertums inklusive Verantwortungseigentum erzählte, war er sofort mit an Bord. Im September 2021 haben wir schließlich die Verträge mit der Purpose foundation unterzeichnet. Wir sind nach wie vor sehr glücklich, Mitglied dieser Gemeinschaft zu sein und haben die Garantie, dass unser Unternehmen durch Reinvestitionen und engagierte Mitarbeitende, denen das Unternehmen gehört, nachhaltig wachsen wird.

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Die erste App…

Bitte testen! Bitte ausprobieren! Hier ist unser Prototyp! Im November 2021 gingen sehr viele derartiger Nachrichten an Freunde und Verwandte raus – denn: unser erster Prototyp war ready für die Testphase. Wir waren beides: Stolz auf die bereits geleistete Arbeit und immer noch unzufrieden, weil es so viele Ideen gab, die noch nicht umgesetzt waren.

Seitdem haben wir eine Menge Feedback eingearbeitet, neue Funktionen für Geschäftsreisende und Künstler:innen eingeführt, an weiteren Accellerator-Programmen teilgenommen und Workshops auf unzähligen Veranstaltungenabgehalten. Neben dem Herzstück des Unternehmens, unserer App ChargeHolidays, sind wir besonders stolz darauf, unseren Bildungszweig ausgebaut zu haben. Wir haben Preise und Zuschüsse für unser Travelucation-Projekt gewonnen, inspirieren Kids zum nachhaltigen Reisen in unserem Nachhaltigen Reisedetektiv-Klub und bringen bis hin zu Berufsschulen, Studium und in der Arbeitswelt Personen jeden Alters bei, wie sie selbstwirksam werden können.

ChargeHolidays App auf einem Smartphone mit Kartenansicht
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Fortsetzung folgt…

Wir sind stolz darauf, Teil einer Bewegung zu sein, die regeneratives Reisen vorantreibt. Der Stapel an Ideen auf diesem Weg wird nie leer werden. Schau gerne in unseren Blog, um einen kleinen Einblick zu bekommen.

Während ich diesen Artikel beende, wird mir bewusst, dass all diese Erfahrungen nicht nur eine Reise sind — sondern eher eine Achterbahnfahrt, die so aufregend ist, dass ich meinen Gurt erneut festschnalle, um eine zweite Runde zu drehen. Ich lade euch ein, in den Wagon miteinzusteigen.